Ein Ort im Grünen
In direkter Nachbarschaft mit den Tieren und Pflanzen
Ein Kindergarten inmitten des Stadtwalds bedeutet auch, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass dies ein mit Pflanzen und Tieren geteilter Ort ist.
Den ganzen Tag draußen
Unser Naturkindergarten ist ein Ort der Konvivialität: Blumen, Pflanzen, Insekten und Tieren wird ein geschützter Platz auf dem Hof eingeräumt. Die Mahlzeiten nehmen wir gemeinsam mit Singvögeln und Eichhörnchen ein und die Schlafstätten der Kinder befinden sich unmittelbar neben dem Winterschlaf-Versteck des Igelkindes. In der Gestaltung des Alltags sind Pflanzen und Tiere immer präsent und es wird auch im bunten Treiben nicht übersehen, wenn ein verletzter Regenwurm Hilfe benötigt.
Unser Bildungsverständnis
Bildung und Lernen sind nicht nur und nicht hauptsächlich eine Sache des Wissens, sondern eine Frage der Identitätsbildung. Identität entsteht im Tun und durch Kommunikation, „Ich-sein“ entsteht also als Antwort auf Begegnung: Begegnungen mit Dingen, Tieren und Menschen.
Was das für uns bedeutet
Wenn Kinder in der Natur sind, verbinden sie sich mit dieser auf vielfältige Art und Weise, mit Forscher- und Tatendrang aber auch verweilend und mit ästhetischem Sinn. Es gibt Kinder, die mit Begeisterung Stöcke und Steine sofort zu einem Staudamm zusammenfügen, diesen mit Matsch und Sand verdichten und ihn auf seine Funktionstüchtigkeit überprüfen. Andere Kinder schauen einen gefundenen Stein lange an, genießen das Gefühl der Schwere und die vielen glitzernden Farben. Schließlich packen sie den Stein in ihrer Tasche sorgfältig ein, um ihm zu Hause den „richtigen Platz“ neben vielen anderen Schätzen zu geben, die sie liebevoll gesammelt haben. Es gibt Kinder, die ständig nach dem „Warum“ der Dinge und Phänomene fragen, während sich andere in aller Stille der Beobachtung der Lebensweise und der Fürsorge von kleinen und weniger kleinen Tieren widmen.
Die Grundlage unserer Arbeit ist die werterkennende und intensive Beobachtung der Kinder. Uns interessiert, auf welche Art und Weise jedes Kind eine Beziehung zu der Welt knüpft, was die Kinder wirklich bewegt, wie jedes Kind versucht, die eigenen Fähigkeiten zu erweitern und wie wir ihre Lernwege unterstützen können. Denn wir verstehen Bildung nicht nur als eine Sache des Wissens, sondern als eine Frage der Identitätsbildung.
Besonderheiten des Standorts Stadtwald
Ganzjährig Draußen
Waldtage
Tiere
Die Waldtiere um uns herum sind im Alltag stets präsent: Eine brütende Schleiereule auf dem Hof, überwinternde Igel, der klopfende Specht, neugiere Mäuse.
Erreichbarkeit
Eindrücke aus unserem Alltag
Bildergalerie
Die Kinder
Im Stadtwald werden ca. 30 Kinder in zwei Gruppen betreut, aufgeteilt in unter und über drei Jahre. Unser gemeinsame Tag findet auf dem großen Hof statt. Dabei gibt es Angebote für altershomogene Gruppen aber auch viele gemeinsame Aktivitäten. So finden viele spontane und geplante Begegnungen zwischen jüngeren und älteren Kindern und den pädagogischen Fachkräften beider Gruppen statt. Frühstück, Mittag und Mittagsruhe machen die Us und die Üs für sich, zum Imbiss und zum Ausklingen des Tages kommen wieder alle zusammen.
Unser Tagesablauf
Unser Allltag ist rhythmisiert durch tägliche Ankerpunkte
Ankommen
Allen Menschen – ob groß oder klein in amares – ist es geläufig: am Morgen und am Abend gibt es den Blick auf das Wetter. Was bringt uns der Tag? Sonne und Wärme? Regen, Wind und Matschewetter? Kälte, Eis oder stürmisches Wetter? Was brauchen wir für den Tag? Wie viel Zwiebellook darf es sein? T-Shirt oder Sonnenhut? Oh nein, es regnet. Wir wählen Wathose und Regenklamotten für den nassen Spaß. Elementar ist die gute Kleidung, wenn wir um 7.30 Uhr unsere amares Tore öffnen, um langsam in den Tag zu starten. Oft sitzen wir mit Büchern unter unserer Linde und freuen uns über erste Sonnenstrahlen. Zwitschern schon die Vögel? Wie laut klopft der Specht?
Morgenkreis
Der Morgenkreis startet um 9.00 Uhr. Dann sind (fast) alle angekommen. Wir singen gemeinsam, hören Gedichte und sprechen über Pläne für den Tag.
Frühstück
Danach wird gefrühstückt. Das bringen alle von zuhause mit. Was hast Du heute leckeres in der Dose? Im Winter erfreut uns ein warmer Tee und warmer Brei. Die Vögel frühstücken mit uns an ihrer Futterstelle. Da das Rotkehlchen unser täglicher Begleiter ist, heißt die Essensecke der jüngeren Kinder „Rotkehlchenecke“. Alle Kinder kennen den munteren Vogel. Aber auch viele andere Vögel des Stadtwalds besuchen uns.
Angebote
Nach dem Frühstück geht es gut gestärkt zum Spiel und in Angebote auf dem großen Hof oder im Stadtwald. Ältere Kinder gehen oft auf Exkursion. Viele Angebote finden statt, u.a. in unserem Atelier, wo experimentell mit Farben oder Ton gewirkt werden kann.
Mittagessen
Das Mittagessen wird von unseren Köchinnen frisch zubereitet. Wir kochen vegetarisch und mit frischen Zutaten, inklusive Kräutern und manchem Gemüse aus unserem Garten.
Ruhephase/Schlafen
Der Mittagsschlaf der Jüngsten findet draußen statt. Eingehüllt in Schaffelle und Schlafsäcke unter einer eigens dafür gebauten Bedachung. Vogelgezwitscher und die Geräusche des Stadtwalds begleiten uns in den Schlaf. Die älteren Kinder gehen in kleinen Gruppen in Ruhephasen zum Lesen oder ruhen im gemütlichen Zelt. Manche machen auch noch einen Mittagsschlaf.
Freispiel
Der Hof bietet unseren amares Kindern viele Möglichkeiten zu entdecken und zu forschen. Wer uns besucht erkennt sofort, dass nicht industriell vorgefertigtes Spielzeug den Raum bestimmt. Vielmehr ist es eine ständige Begegnung mit den Elementen. Nach Regengüssen ergeben sich viele Möglichkeiten in der Erde oder dem Lehm zu matschen oder in den Pfützen zu spielen. Es wird in "Matschküchen gekocht" oder im Sand gespielt.
Im Herbst sind es die Blätter, welche zum Spiel einladen. Unter Steinen ist meistens (psst, ganz vorsichtig) etwas zu entdecken.
Upcycling spielt bei unseren Materialien eine große Rolle. Auch aus Ästen und Stöcken entstehen tolle Bauwerke. Es gibt unser Atelier, das für jeden offen steht, um mit verschiedenen Materialien oder Farbe zu experimentieren. Einige robuste Fahrzeuge werden gern genutzt und beladen. Eine alte Seilschaukel findet immer Liebhaber*innen.
Jeder Tag mit jedem Wetter bringt neue Ideen hervor.
Nachmittagssnack
Am Nachmittag gibt es um 14:30 Uhr einen Imbiss. Dann läutet eine Glocke über den Hof und die Kinder wissen, es ist Zeit, Hände zu waschen und zu einer kleinen Stärkung zu kommen. Der Tag endet nach freiem Spiel auf dem Hof um 16.30 Uhr.
Wöchentlicher Gartentag
Gemeinsam mit Kindern und Eltern
Immer freitags ab 15 Uhr
Es gibt immer was zu tun: Gießen, Jäten, Pflanzen, Fegen, Reparieren… und zwischendrin eine kleine Stärkung – Gebäck oder Brot, das am Vormittag gemeinsam gebacken wurde.
Jährliche Feste
Weltenmarkt
Einmal im Jahr lädt amares ein zu einem bunten und fröhlichen Markt: An kleinen Ständen verkaufen die Kinder selbst Hergestellte Dinge – Kreide, Schmetterlinge fürs Fenster, Flickenteppiche, gebatikte Bienewachstücher– aber auch kulinarisches – Popcorn in verschiednen Geschmacksrichtungen, Kekse, Kräutersalz, Holundersirup u.v.m. Dazu gibt es Getränke, Speisen, Kaffee und Kuchen. Die Einnahmen fließen in verschiedene Projekte oder gehen als Spende an ausgewählte Vereine (u.a. an ein Recycling Projekt in Mosambique oder an den Kältebus des Vereins die Platte).
Öffentlich – alle sind Willkommen
Nächster Termin 9. Mai 2026
Jahreszeitenfeste
Die Fürsorge für unsere Umwelt spiegelt sich auch in unseren Feiern wider. Wie sieht ein Fest aus, das nicht nur Menschen erfreut, sondern auch die Pflanzen und Tiere in seiner Ausgestaltung berücksichtigt?
Frühlingsfest–Sommerfest–Kartoffelfest–Lichterfest–Jour fix im Advent–Karneval
Intern mit Kinden und Eltern


















